Trainings-Belastung beim Laufen berechnen

Von WattRun · Aktualisiert am 10. Mai 2026 · 9 Minuten Lesezeit

Die Trainings-Belastung ist die einzelne Zahl, die festhält, wie hart ein Lauf war. Kombiniere Dauer mit Intensität, normalisiere für Terrain, skaliere auf Schwellenpace — und du hast eine Belastungs­kennzahl, mit der du Steigerung, Erholung und Wettkämpfe mit echter Präzision planen kannst.

Kurzdefinition: Die Belastung misst den Stress eines einzelnen Laufs auf einer 0–500-Skala. Ein 1-Stunden-Lauf exakt auf Schwellenpace = 100 Punkte. Alles andere skaliert proportional zu Dauer und Intensität.

Die Formel

Die Methode nutzt dieselbe Struktur wie im Radsport, aber Pace ersetzt Power und eine terrain-bereinigte Pace handhabt Steigungen:

Belastung = (Dauer_sek × NGP × Intensität) / (T-Pace × 3600) × 100 mit NGP = Normalized Graded Pace (terrain-bereinigt) Intensität = NGP / Schwellenpace T-Pace = deine Schwellenpace

Die Struktur: Dauer × Intensität² (weil sowohl der Intensitäts-Wert als auch die NGP pace-abgeleitet sind), normalisiert sodass eine Stunde auf Schwelle = 100 Punkte.

Rechenbeispiel

Du läufst 60 Minuten. Deine Durchschnittspace ist 5:00/km. Du läufst auf welligem Terrain, daher ergibt die NGP 4:48/km (schneller als Roh-Pace, weil Steigungen Aufwand hinzufügen). Deine Schwellenpace ist 4:30/km.

Intensität = 4:30 ÷ 4:48 = 0,94 Belastung = (3600 × 0,94²) ÷ 3600 × 100 ≈ 88 Punkte

Ein fast-Schwelle-langer Stunden-Lauf produziert ~88 Punkte — nahe der Referenz 100.

Typische Belastungs-Werte

LauftypDauerTypische Belastung
Recovery-Jog30 Min15–25
Easy-Lauf60 Min40–55
Long Run2 h110–150
Tempo (4×10 Min)60 Min80–95
VO₂max-Intervalle60 Min85–105
10K-Wettkampf~45 Min90–110
Halbmarathon-Wettkampf~90 Min140–170
Marathon-Wettkampf~3–4 h240–340

Was unterscheidet die Belastung von "Zeit-auf-den-Beinen"?

Ein 60-Min Easy-Jog und ein 60-Min harter Tempo verbrauchen beide eine Stunde deiner Zeit. Aber der Tempo kostet etwa 2× die Erholungs­schuld. Zeit-basierte Planung (Kilometer, Stunden) verfehlt das — die Belastungs-Kennzahl erfasst es.

Wöchentliche Belastungs-Ziele

ZielWochen-BelastungEinheiten/Woche
Erhaltung200–3003–4
5K / 10K-Vorbereitung350–5004–5
Halbmarathon-Vorbereitung450–6005–6
Marathon-Vorbereitung500–8005–7
Elite-Peak-Block800–1.200+9–13

Warum NGP für Läufer wichtig ist

Radsport hat Wattmesser — instantan, terrain-agnostisch. Laufen nicht. Eine 5:00/km auf der Flachen kostet weniger als eine 5:00/km bergauf bei 6 % Steigung. NGP korrigiert das: sie gibt die äquivalente Flach­pace zurück, sodass ein hügeliger Lauf fair bewertet wird. Ohne NGP würden Berg­läufer ihre Belastung systematisch unter­schätzen.

Häufige Fehler

Wie die Belastung in Fitness, Müdigkeit und Form einfließt

Jeder Lauf produziert eine einzelne Belastungs-Zahl. Die Fitness ist der 42-Tage exponentiell-gewichtete Durchschnitt der Belastung. Die Müdigkeit ist der 7-Tage-Durchschnitt. Form = Fitness − Müdigkeit. Ohne die Belastungs-Kennzahl funktionieren keine dieser Metriken — sie ist der einzelne Input, der den ganzen Trainings-Status antreibt.

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Häufige Fragen zur Trainings-Belastung beim Laufen

Was ist eine gute wöchentliche Belastung für Marathon-Training?
Für Erst-Marathonis sind 400–600 Punkte pro Woche im Peak ausreichend. Sub-3-Stunden-Läufer peaken oft bei 700–900. Über 1.000 betritt man Elite-Territorium und das Verletzungs­risiko steigt scharf.
Wie behandelt die Methode Intervalle?
Intervalle bekommen einen Boost via NGP und Intensität: kurze schnelle Stücke punkten überproportional hoch, weil Intensität² in der Formel steht. Ein 6×800 m auf 5K-Pace produziert ~70–90 Punkte in unter einer Stunde.
Brauche ich eine GPS-Uhr?
Ja — die Berechnung braucht Sekunden-genaue Pace-Daten, um NGP zu bilden. Eine reine Herzfrequenz-Schätzung ist ein Fallback, driftet aber bei langen Läufen und ist weniger genau.
Warum unterscheidet sich meine Belastung von anderen Apps?
Die meisten Differenzen kommen aus Schwellenpace-Einstellungen oder NGP-vs-GAP-Differenzen. Die meisten Tools folgen derselben Coggan/Allen-Logik — stelle dieselbe Schwellenpace überall ein, und du bekommst übereinstimmende Werte innerhalb ±5 %.
Kann ich Rad- und Lauf-Belastung addieren?
Ja — die Summe treibt einen einzelnen Fitness-Wert an, der deine Gesamt-Trainings­belastung repräsentiert. Bedenke nur: Lauf­belastung ist pro Einheit erholungs­intensiver; eine 50/50 Lauf- und Rad-Mischung ist sanfter als 100 % Lauf.
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